Auf die Frage nach dem Preis bekommst du meist zwei nutzlose Antworten: „ab 499 Euro" oder „kommt darauf an". Beides stimmt nicht. Hier steht, woraus sich der Preis zusammensetzt und mit welchen Spannen du realistisch rechnen musst.
Warum Pauschalpreise in die Irre führen
Eine Website ist kein Produkt aus dem Regal, sondern ein Projekt mit sehr unterschiedlichem Aufwand. Zwei Betriebe aus derselben Branche können um den Faktor fünf auseinanderliegen – nicht weil einer übervorteilt wird, sondern weil der eine fertige Texte und Fotos liefert und der andere bei null anfängt.
Wer mit einem Festpreis ohne Rückfragen wirbt, kalkuliert entweder mit einer Vorlage, die tausendfach verkauft wird, oder rechnet später über Nachträge nach. Beides erkennst du vorab, wenn du weißt, welche Posten dazugehören.
Die vier Kostenblöcke
Jedes seriöse Angebot lässt sich auf vier Blöcke herunterbrechen. Fehlt einer davon, ist er entweder nicht enthalten oder nicht bedacht worden.
- Konzept und Struktur – Wer soll auf der Seite was tun? Welche Seiten braucht es, in welcher Reihenfolge? Dieser Block ist der unsichtbarste und der wichtigste. Wird er übersprungen, entsteht eine hübsche Seite, die keine Anfragen bringt.
- Design – Individuelles Layout oder angepasste Vorlage. Der Unterschied im Preis ist erheblich, der Unterschied in der Wirkung ebenfalls.
- Technik und Umsetzung – Aufbau, Formulare, Ladezeit, mobile Darstellung, Barrierefreiheit, Suchmaschinen-Grundlagen, Datenschutz.
- Inhalte – Texte, Fotos, Logo. Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wer Texte selbst schreiben will und dann drei Monate nicht dazu kommt, verzögert das ganze Projekt.
Realistische Preisspannen
Die folgenden Spannen gelten für den deutschen Markt und für Agenturen, die auch nach dem Start erreichbar bleiben. Sie enthalten Konzept, Design, Umsetzung und die technische Grundausstattung.
- Onepager (eine Seite, klarer Zweck, wenig Inhalt): rund 1.500 bis 3.000 Euro. Sinnvoll für Handwerksbetriebe, die vor allem gefunden und angerufen werden wollen.
- Unternehmenswebsite (5 bis 15 Seiten, Leistungen, Referenzen, Formulare): rund 3.000 bis 8.000 Euro. Der Normalfall für Mittelstand und Dienstleister.
- Umfangreiche Website mit Portalfunktionen, Buchung oder Anbindung an vorhandene Software: ab etwa 8.000 Euro, nach oben offen je nach Schnittstellen.
- Onlineshop: ab etwa 6.000 Euro, wobei hier die Folgekosten für Pflege und Versandabwicklung schwerer wiegen als der Aufbau.
Die laufenden Kosten, die gern vergessen werden
Eine Website ist kein einmaliger Kauf. Diese Posten fallen dauerhaft an, egal bei wem du beauftragst:
- Domain: etwa 10 bis 20 Euro im Jahr
- Hosting: je nach Anspruch 5 bis 50 Euro im Monat – bei einem Server in Deutschland eher am oberen Ende
- Updates und Sicherheit: entweder deine Zeit oder ein Betreuungsvertrag, üblich sind 30 bis 150 Euro im Monat
- Inhaltliche Pflege: neue Referenzen, geänderte Preise, aktuelle Fotos
Ein Betreuungsvertrag wirkt auf den ersten Blick wie eine Zusatzausgabe. In der Praxis ist er günstiger als der Tag, an dem eine ungepflegte Website gehackt wird und du unter Zeitdruck jemanden suchst.
Die drei teuersten Fehler
- Am Konzept sparen. Eine Website für 2.000 Euro, die keine Anfragen bringt, ist teurer als eine für 6.000 Euro, die jeden Monat zwei Aufträge liefert.
- Keine Zugangsdaten haben. Domain, Hosting und Website müssen auf deinen Namen laufen. Wer das nicht schriftlich hat, kann die Agentur nicht wechseln, ohne von vorn anzufangen.
- Inhalte auf später verschieben. Der häufigste Grund, warum Projekte statt sechs Wochen sechs Monate dauern. Kläre vorab, wer Texte und Fotos liefert.
Woran du ein seriöses Angebot erkennst
Ein belastbares Angebot beantwortet vier Fragen schriftlich: Was genau ist enthalten? Was kostet es laufend? Wem gehören Domain, Daten und Website? Was passiert nach dem Start?
Wenn eine dieser Antworten fehlt, frag nach – bevor du unterschreibst. Ein Anbieter, der darauf nicht klar antworten kann oder will, wird auch später nicht klarer.
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